ADHS im Erwachsenenalter
Differentialdiagnostische und geschlechtssensible Diagnostik
Geschlechtssensible Diagnostik für Erwachsene.
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird häufig mit dem Kindesalter in Verbindung gebracht. Tatsächlich begleitet sie viele Betroffene bis ins Erwachsenenalter. Dennoch bleibt ADHS häufig über viele Jahre unerkannt. Stattdessen werden die bestehenden Schwierigkeiten anderen Ursachen zugeschrieben oder durch einen hohen persönlichen Einsatz erfolgreich kompensiert.
Insbesondere Frauen erhalten ihre Diagnose häufig erst im Erwachsenenalter. Während ADHS bei Jungen oftmals durch ausgeprägte Hyperaktivität auffällt, zeigt sich die Symptomatik bei Frauen häufig deutlich differenzierter. Innere Unruhe, emotionale Erschöpfung, chronische Überforderung, Selbstzweifel oder Perfektionismus stehen oftmals stärker im Vordergrund als äußerlich sichtbare Hyperaktivität.
Hinzu kommt, dass viele Betroffene im Laufe ihres Lebens Strategien entwickeln, um ihre Schwierigkeiten auszugleichen oder zu verbergen. Dieses sogenannte Masking kann dazu führen, dass ADHS trotz erheblicher Belastungen lange unerkannt bleibt.
Eine geschlechtssensible Diagnostik berücksichtigt diese Besonderheiten und betrachtet nicht nur einzelne Symptome, sondern den gesamten Entwicklungsverlauf und die individuelle Lebensgeschichte.
Wann kann eine Diagnostik sinnvoll sein?
Eine diagnostische Abklärung kann sinnvoll sein, wenn Sie beispielsweise …
- sich schon seit Ihrer Kindheit schwer konzentrieren können,
- häufig den Überblick verlieren oder Aufgaben aufschieben,
- Schwierigkeiten mit Zeitmanagement oder Organisation erleben,
- sich innerlich ständig unruhig oder getrieben fühlen,
- besonders reizempfindlich oder emotional belastbar erleben,
- trotz hoher Anstrengung häufig das Gefühl haben, Ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden,
- den Eindruck haben, ständig mehr Energie für alltägliche Anforderungen aufbringen zu müssen als andere,
- sich in Berichten über ADHS im Erwachsenenalter oder speziell bei Frauen wiedererkennen.
Mein diagnostisches Vorgehen.
Ich biete eine umfassende, wissenschaftlich fundierte und geschlechtssensible ADHS-Diagnostik für Erwachsene an.
Die Diagnostik orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien und umfasst neben standardisierten Testverfahren stets auch eine sorgfältige klinische Einordnung Ihrer individuellen Lebensgeschichte.
Bestandteile der Diagnostik sind unter anderem:
- ausführliche diagnostische Gespräche
- eine differenzierte Entwicklungs- und Lebensverlaufsanamnese
- standardisierte psychologische Testverfahren und Fragebögen
- die Erfassung möglicher Begleiterkrankungen
- die Einbeziehung von Fremdbeurteilungen durch Angehörige oder nahestehende Personen (wenn möglich)
- die Sichtung vorhandener Unterlagen, beispielsweise Schulzeugnisse oder Vorbefunde
- eine sorgfältige differentialdiagnostische Einordnung
- ein ausführliches Abschlussgespräch
- eine schriftliche diagnostische Zusammenfassung mit Empfehlungen für das weitere Vorgehen
Für eine sorgfältige Diagnostik sind in der Regel ca. fünf Termine erforderlich.
Differentialdiagnostik – ADHS ist nicht immer die einzige Erklärung.
Viele Beschwerden, die zunächst an eine ADHS denken lassen, können auch Ausdruck anderer psychischer Erkrankungen sein oder gemeinsam mit einer ADHS auftreten. Deshalb gehört zu einer qualifizierten Diagnostik immer auch die sorgfältige Abklärung möglicher Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) sowie anderer Ursachen der Beschwerden.
Hierzu zählen beispielsweise
- Depression
- Angststörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung und andere Traumafolgestörungen
- Autismus-Spektrum-Störung
- Zwangssymptomatik
- emotionale Erschöpfung oder Burnout
- Persönlichkeitsakzentuierungen oder Persönlichkeitsstörungen
- Schlafstörungen
- Suchterkrankungen
Mein Ziel ist es daher nicht, möglichst schnell eine Diagnose zu vergeben, sondern gemeinsam mit Ihnen zu verstehen, wodurch Ihre Beschwerden entstehen und welche Erklärung Ihre individuelle Situation am besten beschreibt.
Qualität und wissenschaftliche Fundierung.
Eine qualifizierte Diagnostik bedeutet weit mehr als das Ausfüllen von Fragebögen. Sie erfordert fachliche Erfahrung, diagnostische Sorgfalt und die Fähigkeit, unterschiedliche Informationen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzuführen.
Meine diagnostische Arbeit orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien sowie evidenzbasierten diagnostischen Standards. Dabei verbinde ich standardisierte Testverfahren mit einer sorgfältigen klinischen Beurteilung und einer wertschätzenden Betrachtung Ihrer individuellen Lebensgeschichte.
Gerade im Erwachsenenalter gibt es häufig keine einfachen Antworten. Umso wichtiger ist eine Diagnostik, die sorgfältig zwischen ADHS, möglichen Begleiterkrankungen und anderen Erklärungsmodellen unterscheidet. Dies schafft eine verlässliche Grundlage für weitere therapeutische, medizinische oder berufliche Entscheidungen.
Was Ihnen eine Diagnostik ermöglichen kann.
Eine sorgfältige Diagnostik dient nicht allein der Vergabe einer Diagnose. Vielmehr kann sie dazu beitragen,
- die eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen,
- bisher schwer erklärbare Erfahrungen einzuordnen,
- persönliche Stärken und Ressourcen bewusster wahrzunehmen,
- individuelle Belastungsfaktoren besser zu erkennen,
- geeignete therapeutische oder medizinische Behandlungsmöglichkeiten abzuleiten,
- sowie fundierte Entscheidungen für den weiteren persönlichen oder beruflichen Weg zu treffen.
Nicht immer bestätigt sich der Verdacht auf eine ADHS. Auch dies ist ein wertvolles Ergebnis, denn häufig zeigen sich andere Ursachen oder Begleiterkrankungen, die einer gezielten Behandlung bedürfen. Mein Ziel ist daher eine sorgfältige diagnostische Einordnung, die Orientierung schafft und eine verlässliche Grundlage für die weiteren Behandlungsschritte bietet.
Kosten der Diagnostik.
Die Diagnostik richtet sich an Selbstzahlerinnen und Selbstzahler sowie an privat Versicherte. Eine Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (GOP).
Die Diagnostik erstreckt sich in der Regel über ca. fünf Termine. Sie umfasst die diagnostischen Gespräche, die Durchführung und Auswertung standardisierter Testverfahren, die differentialdiagnostische Einordnung der erhobenen Befunde sowie eine schriftliche diagnostische Zusammenfassung mit persönlicher Befundbesprechung.
Über die voraussichtlichen Gesamtkosten informiere ich Sie selbstverständlich transparent vor Beginn der Diagnostik.
Viele private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen die Kosten einer psychotherapeutischen Diagnostik ganz oder teilweise. Da sich Art und Umfang der Erstattung nach den jeweiligen Versicherungsbedingungen richten, kann ich eine Kostenübernahme jedoch nicht garantieren. Selbstverständlich erhalten Sie eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (GOP), die Sie bei Ihrer privaten Krankenversicherung oder Beihilfestelle zur Prüfung einreichen können.
Mein Anspruch.
Jeder Mensch bringt seine eigene Lebensgeschichte, seine persönlichen Stärken und seine individuellen Herausforderungen mit. Deshalb verstehe ich Diagnostik nicht als reine Zuordnung zu einer Diagnose, sondern als gemeinsamen Prozess des Verstehens.
Mir ist es wichtig, Ihnen mit fachlicher Kompetenz, diagnostischer Sorgfalt und einer wertschätzenden Haltung zu begegnen. Meine diagnostische Arbeit orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien und evidenzbasierten diagnostischen Standards. Dabei verbinde ich standardisierte Testverfahren mit einer umfassenden klinischen Beurteilung und einer geschlechtssensiblen Betrachtung Ihrer individuellen Lebensgeschichte.
Eine fundierte Diagnostik schafft Klarheit – und Klarheit kann der erste Schritt sein, sich selbst besser zu verstehen und passende Wege für den weiteren Umgang mit den eigenen Stärken und Herausforderungen zu finden.
